{"id":916,"date":"2019-09-04T22:02:04","date_gmt":"2019-09-04T20:02:04","guid":{"rendered":"http:\/\/andreastriebel.de\/?p=916"},"modified":"2019-09-08T15:12:27","modified_gmt":"2019-09-08T13:12:27","slug":"ein-hanseatischer-kaufmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andreastriebel.de\/?p=916","title":{"rendered":"Ein hanseatischer Kaufmann","gt_translate_keys":[{"key":"rendered","format":"text"}]},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-embed-wordpress wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-dr-andreas-triebel\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"R5dq373c7L\"><a href=\"https:\/\/andreastriebel.de\/?p=940\">A Hanseatic merchant<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;A Hanseatic merchant&#8220; &#8212; Dr. Andreas Triebel\" src=\"https:\/\/andreastriebel.de\/?p=940&#038;embed=true#?secret=J8lJ60pu9u#?secret=R5dq373c7L\" data-secret=\"R5dq373c7L\" width=\"317\" height=\"200\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Olaf Scholz durchl\u00e4uft die Traumkarriere eines Sozialdemokraten der gehobenen Funktion\u00e4rsschicht. Falls er auch noch zum Parteivorsitzenden gew\u00e4hlt wird, hat er eines seiner Traumziele erreicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus kleinb\u00fcrgerlichen Verh\u00e4ltnissen stammend hat er z\u00e4h die Parole vom Aufstieg durch Bildung verbreitet. Im studentischen- und Hochschulmilieu, deren Vertreter in Hamburg die SPD dominieren, hat er sich hoch gearbeitet ohne mit den harten Lebensbedingungen der Proletarier in Kontakt kommen zu m\u00fcssen. Und in verantwortlichen Positionen, besonders als Finanzminister, hat er b\u00fcrgerliche Positionen vertreten. Die Ideologie vom Staat, der sparen m\u00fcsse, hat er eifrig verbreitet. F\u00fcr wen eigentlich der Staat sparen soll, das wollte er nicht erkl\u00e4ren. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Proletarier ist aber auf kollektive F\u00fcrsorge angewiesen. Materielle Mittel um zu sparen hat er nicht. Er will seine Kinder in Freib\u00e4der schicken k\u00f6nnen und in renovierte Schulen und Kinderg\u00e4rten. Und dass er im Alter nur noch in die L\u00fcneburger Heide fahren kann, aber nicht mehr ins Ausland, das sieht der Proletarier, der w\u00e4hrend seines ganzen Lebens seine Arbeitskraft zur Verf\u00fcgung gestellt hat, auch nicht ein. Altersarmut ist f\u00fcr Funktion\u00e4re, die aus dem Hochschulmilieu kommen, kein Problem mit dem sie umgehen k\u00f6nnen. Und dass die Landbev\u00f6lkerung mit immer weniger deutsch sprechenden \u00c4rzten auskommen muss, ist f\u00fcr die gehobene Funktion\u00e4rsschicht kein Thema. Beim \u00dcberh\u00f6ren von Problemen unterscheiden sich die tonangebenden Cliquen in den einzelnen Parteien nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Als es um die Gesch\u00e4fte der mit Aktien handelnden Finanzoligarchie ging, waren \u00fcber einen Zeitraumvon mehr als zw\u00f6lf Jahren viele Milliarden (inzwischen \u00fcber f\u00fcnfzig Milliarden) vorhanden, um sie aus Staatsmitteln zur Verf\u00fcgung zu stellen.  Dabei haben sich Scholz und Sch\u00e4uble nicht unterschieden. <\/p>\n\n\n\n<p>Den Austerit\u00e4tskurs der Regierung, der sich im Verfall der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge manifestiert, hat Scholz wie Sch\u00e4uble fortgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Warum verleugnet die f\u00fchrende Funktion\u00e4rsschicht der SPD ihre W\u00e4hler? Schr\u00f6der wollte seine Herkunft hinter sich lassen und nahm das Wort Arbeiter nicht mehr in den Mund. Er sprach nur noch von den Menschen (vielleicht nach dem Vorbild eines gewissen deutschen Kaisers, der pl\u00f6tzlich keine Parteien mehr kannte).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Funktion\u00e4rsschicht sch\u00e4mt sich ihrer Herkunft und ihrer W\u00e4hler aus dem proletarischen Milieu. Sie verdanken ihnen zwar den sozialen Aufstieg, ihre Macht und ihr Ansehen. Aber sie wollen h\u00f6her hinaus. Sie wollen die Anerkennung durch das B\u00fcrgertum. Sie wollen als Mitglied der b\u00fcrgerlichen Klasse anerkannt werden. Erst dann sind die Karrieristen und Aufsteiger zufrieden. <\/p>\n\n\n\n<p>Schr\u00f6der war so ein r\u00fccksichtsloser Karrierist und Scholz w\u00e4re ein geeigneter Nachfolger, wenn auch nicht mit so einer grossen Klappe. <\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\">Wenn \u00fcberhaupt noch jemand SPD w\u00e4hlt, dann sicher nicht wegen der Berliner Funktion\u00e4rsschicht; der f\u00e4llt zur Klimakrise nur ein Verbot von Plastikt\u00fcten ein, wobei jedem, der nachdenkt klar ist, dass dies schon vor zwanzig Jahren vers\u00e4umt wurde und jetzt nur noch ein Gag f\u00fcr die Medien ist.  Kurzatmiger Aktionismus beseitigt nicht das gest\u00f6rte Verh\u00e4ltnis der SPD zum Umweltschutz. <\/p>\n\n\n\n<p>In der Arbeiterklasse ist die SPD nicht mehr verankert (f\u00fcr die gehobenen Funktion\u00e4re gibt es diese Klasse nicht mehr) und die Mittelklasse ben\u00f6tigt diese Partei nicht mehr. Da n\u00fctzt auch ein sich als seri\u00f6ser, hanseatischer Kaufmann gebender Finanzminister nichts.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false,"gt_translate_keys":[{"key":"rendered","format":"html"}]},"excerpt":{"rendered":"<p>Olaf Scholz durchl\u00e4uft die Traumkarriere eines Sozialdemokraten der gehobenen Funktion\u00e4rsschicht. Falls er auch noch zum Parteivorsitzenden gew\u00e4hlt wird, hat er eines seiner Traumziele erreicht. 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