Ist die Titelsucht in der CDU endemisch?
Mit Merkel wurde es schon offenbar:
Ihr Verteidigungsminister, Freiherr zu Guttenberg, wollte sich mit seiner adeligen Herkunft nicht begnügen und auch noch mit akademischen Ehren schmücken und als der Betrug auffiel, verteidigte er sich damit, dass er doch so viel gearbeitet hätte und ihm deswegen für eine ordentliche Doktorarbeit die Zeit gefehlt hätte. Die Kanzlerin betrachtete ihn als eine Stütze ihrer Macht und wollte ihn deswegen nicht aus seinem Amt entlassen. Erst als er sich nicht mehr an das Narrativ hielt, dass die Bundeswehr in Afghanistan Brunnen bauen und Mädchenschulen eröffnen, sondern Krieg führen würde, musste sie ihn fallen lassen.
Eine Vertraute, die ihren Doktortitel erschlichen hatte, beorderte sie zur Botschafterin im Vatikan. Ob dort wohl ein besonderes Verständnis für Sünder herrscht? Zumindest wollte sich Papst Franziskus an den Zeitgeist anpassen und schwurbelte von einem „inklusiven Kapitalismus“. Allerdings leugnete er nicht die Realität und beschrieb den Angriffskrieg der NATO in der Ukraine als ein Bellen vor den Toren Russlands.
In der SPD geht es nicht viel anders zu: Scharping ließ sich von einem Herrenausstatter bedienen und Pistorius sorgt sich um seine Parteikollegen. Namen und Beträge kommen erst an die Öffentlichkeit, wenn Pistorius von der Linie abweichen sollte, dass Russland Feindesland sei. Einige Male war er schon nicht konsequent genug, so dass er bei einigen MS- Redaktionen auf der Abschussliste steht.
Normalerweise müssten die Staatsanwaltschaften in einem Rechtsstaat Ermittlungen gegen die Politiker wegen Betrugs durchführen; aber in Deutschland sind sie aufgrund eines Nazigesetzes politisch weisungsgebunden, sodass sich jeder Staatsanwalt hütet einen Minister oder gar einen Ministerpräsidenten anzuklagen. Die Thüringer Verhältnisse sind kein Einzelfall.
Und wenn man an den Gesundheitsminister der SPD denkt und an den Mann mit dem Wasserschaden, der für seine treuen Dienste Millionen von der Regierung erhielt, kann man aus diesen Verhältnissen schließen, dass lügen und betrügen zum politischen Betrieb gehört?
„Nach Monaten des Überlegens und Kauens an Figernägeln ist den Verantwortlichen nun wohl klar geworden, dass sie keine Wahl haben: Wenn sie als wissenschaftliche Institution ernstgenommen werden wollen, dann müssen sie Mario Voigt enttiteln, ihm den ergaunerten Titel aberkennen. Und das haben sie nun wohl vor und dem einstigen Doktor der Politikwissenschaft mitgeteilt.
Wie nicht anders bei einem Polit-Darsteller der Güte, wie sie Mario Voigt darstellt, zu erwarten, reagiert Voigt mit Angriffen und Unverständnis. Die Entscheidung der TU-Chemnitz sei ihm unverständlich, so lässt er verbreiten, der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit, sei von den Plagiaten nicht betroffen, so lässt er ergänzen, ein „unabhängiger Gutachter“ habe festgestellt, dass seine Dissertation den „wissenschaftlichen Anforderungen“ entspreche (Kunstück, wenn er bei Leuten abschreibt, die ihre wissenschaftliche Befähigung bereits unter Beweis gestellt haben) und darüber hinaus sei das ganze unfair, habe die TU-Chemnitz doch im laufenden Verfahren gegen ihn, die Bewertungsmaßstäbe verändert.
Mehr Unverschämtheit und Blödsinn kann man eigentlich nicht verbreiten.“
https://sciencefiles.org/2026/01/28/entdoktert-mario-voigt-soll-endlich-sein-titel-aberkannt-werden/
Milena Preradovic 01.02.26:
„Wer das Deutschland von heute mit dem vor gerade mal 15 Jahren vergleicht, erkennt das Land nicht wieder.
Beispiel Politikermoral. Als rauskam, dass die Doktorarbeit von Verteidigungsminister zu Guttenberg vor Plagiaten nur so strotzte, da trieb ihn die Empörung von Bürgern und Medien 2011 in den Rücktritt. Heute sieht das so aus: Der Ministerpräsident von Thüringen, Mario Voigt, wird überführt, seine Uni erkennt den Doktortitel ab und…die Tagesschau um 20 Uhr verschweigt es einfach. Tenor der Süddeutschen: Voigt wehrt sich gegen den Entzug seines Doktorgrades. N-TV und Spiegel genauso.
Beispiel Energie. Während Deutschland in heller Vorzeit seinen Wohlstand mit günstigem Gas mehrte, schauen wir jetzt, Ende Januar, auf einen Gasspeicherstand von gerade mal 35 Prozent. Die horrenden Energiekosten zwingen Industrie und Mittelstand in die Knie und die Politik klatscht Beifall, wenn vormals reibungslos funktionierende Kernkraftwerke gesprengt werden.
Und Beispiel Meinungsfreiheit: Von den 1960er bis in die 2010er Jahre waren regelmäßig mehr als zwei Drittel der Deutschen der Ansicht, dass sie ihre Meinung frei äußern könnten. Inzwischen glauben nur noch 46 Prozent an Meinungsfreiheit im „besten Deutschland aller Zeiten“. Die Polizeiüberfälle im Morgengrauen auf harmlose Bürger beweisen den guten Instinkt der meisten Bürger.
Und auch die Kabarettistin Monika Gruber macht sich Sorgen und erwartet dieses Jahr wenig Gutes angesichts neuer Zensurgesetze und dem Appell führender Politiker, unabhängige Medien einzuschränken. „Die neuen Faschisten tarnen sich als Antifaschisten“, so Gruber, die nach einjähriger Pause 2026 wieder die Bühne rockt. Ein Gespräch auch über den Berliner Stromanschlags-Skandal, die trübe Stimmung der gehorsamen Deutschen, Kriegsschauplätze statt Weihnachten und über Auswanderungsgedanken einer eigentlich Heimatverbundenen.
Ja, nicht nur die Meinung des Einzelnen, auch unabhängige, freie Medien stehen unter enormem politischem Druck. Und ernten Wut und Verachtung der politischen Kaste. Wunderbar zu beobachten auf der Bundes-Pressekonferenz.“
„Laut Henderson will jemand, der das Wort „Cis-Heteronormativität“ verwendet, nicht wirklich die Realität von Geschlechtsbildern diskutieren, sondern sagen: Ich gehöre zur Elite. Ich habe Zeit, mich mit Gedanken zu beschäftigen, die keinerlei Zusammenhang mit meinen täglichen Problemen haben. Ich kann schwierige Worte flüssig aussprechen. Ich bin nett und inklusiv. Ich bin viel besser als du.
Und warum ist dieser Gedanke so interessant? Status erhält man dafür, sozial zu erscheinen. Bis jetzt erscheint man als freundlich, wenn man Luxusüberzeugungen äußert. Also werden sie landauf landab vertreten. Woke Menschen sehen Vertreter von „Transinklusion“ als gute und sozial gerechte Menschen an. Die Gegenseite glaubt ihnen ihre guten Absichten, hält sie aber für doof, weil sie nicht zu Ende denken, was es bedeutet, Männer auf Frauen loszulassen, Deutschland zu deindustrialisieren, Familienwerte abzuschaffen oder die Grenzen aufzumachen.
Gut und richtungsweisend oder wohlmeinend, aber etwas unterbelichtet, das sind die gängigen Meinungen. Bis jetzt nimmt man den Vertretern ihre vor sich hergetragene Moral ab. Sollte sich nun aber die Sichtweise durchsetzen, dass hier gerade jemand versucht, selbst ein soziales Treppchen höher zu steigen und zum Teufel mit denen da unten, dann dürften diese zur Schau gestellten Ansichten schnell an Popularität verlieren. Wer würde ernsthaft Transideologie vertreten, wenn das nicht mehr schick wäre? Oder Massenimmigration? Ganz, ganz ernsthaft, selbst bei sozialem Gegenwind?“
https://tkp.at/2026/02/04/ist-transideologie-ein-statussymbol/